Die Moselfahrt des Martin Brause
(wk) 1. Tag
Am 07.07.2009 starteten meine Frau Katrin und ich zu einer einwöchigen Tour an Rhein, Mosel und Saar.
(Bild1) Nach Feierabend stand zunächst eine Verbindungsetappe von Schnathorst im Raum Minden-Bielefeld bis nach Bad Neuenahr-Ahrweiler an. Die etwa 300 Autobahnkilometer führten uns an gefühlten 170 Baustellen vorbei, bescherten uns aber keinen Stau.
Gegen 22:00h bezogen wir ein Zimmer in einem kleinen Hotel in Bad Neuenahr und ließen den Tag mit einer Flasche Rotwein von der Ahr - Dagernova Pinot Noir 2006 Auslese Trocken - ausklingen.
2. Tag
Von Bad Neuenahr fuhren wir nach Koblenz und machten bei sonnigem Wetter eine Bootsrundfahrt ums Deutsche Eck.
(Bild2)Nach dem Mittagessen in der Altstadt erwischte uns ein heftiger Regenschauer und wir fanden Zuflucht in einem SCHUHGESCHÄFT!! Sowas belastet die Urlaubskasse zusätzlich, aber es sollte noch viel schlimmer kommen. Davon mehr am 5. Tag... Nach 2 Paar
Sandalen für die Dame klarte es wieder auf und wir setzten unsere Fahrt durch das Rheintal gen Süden fort. Vorbei an malerischen Burgen durchfuhren wir den wohl schönsten Teil des Rheins. In Sankt Goar ging es mit dem Sessellift auf den Berg, der ein herrliches Panorama bot.
(Bild3)Auf Burg Rheinfels blieb Zeit für Kaffee und Kuchen, dann ging es weiter den Rhein aufwärts.
Die Loreley passierten wir, ohne ihrem Gesang zu erliegen und nahmen in Bingen die Fähre ins gegenüberliegende Rüdesheim. Das Mittelrheintal ist wunderschön. Jedes Jahr wird es am letzten Sonntag im Juni für Kraftfahrzeuge gesperrt, und ist dann - Tal Total - das El Dorado für vinophile Radler.
Das Hotel Trapp in Rüdesheim war unsere Herberge für die Nacht. In einer Straußenwirtschaft verbrachten wir einen geselligen, halbtrockenen Abend.
Ja, wir haben nach dem hervorragenden Essen Rüdesheimer Kaffee getrunken.( Asbach Uralt kommt aus Rüdesheim) Nein, wir waren nicht in der Drosselgasse.( Die nur 144m lange "Schinkenstraße am Rhein")
3. Tag
Rechtsrheinisch zurück Richtung Koblenz passieren wir erneut die Loreley und werden gewahr, warum sie nicht singt. Auf Plakaten wird auf ein Konzert von Manowar am 18. Juli hingewiesen. Kein Wunder, daß sie stiften gegangen ist...
In Sankt Goar nehmen wir erneut eine Fähre für 4,50¤
(Bild4,im Hintergrund Burg Rheinfels) und fahren über den Hunsrück nach Brodenbach an der Mosel.
Die Sonne lacht, das Herz auch. Verdeck runter und nach genau 500km der erste Tankstopp. 11,8l, jetzt lache auch ich. Die Mosel mal zur rechten, mal zur linken, gleiten wir an einem beneidenswert schönen Tag durch eine beneidenswert schöne Landschaft. Wir passieren Cochem, den Bremmer Clemont, Zell
(Bild5) und checken in Traben-Trabach im Moselschlößchen ein.
Ein sehr gepflegtes Haus in dem zur gleichen Zeit der Corvette-Club-Sweden Station machte. In der Tiefgarage standen die "Vetten" 17:1 gegen mich!
(Bild6)
Nach einer gelungenen Weinprobe, die eine satte Bestellung nach sich zog, plauderten wir bis in die Puppen mit den nordischen V8-Jüngern und kamen überein, daß Hubraum durch nichts... und so fort. Eine ausgibige Bettruhe im Maisonettzimmer ließ uns Kraft für den kommenden Tag schöpfen.
4. Tag
Ähnlich wie Traben-Trabach ist auch Bernkastel-Kues ein Doppelort, der sich zu beiden Seiten der Mosel erstreckt. Wir durchfahren das who is who der Weindörfer und machen in Trier zu Mittag Station.
Unser Schritt lenkt uns schnurstracks in die "Brasserie" in der Fleischstraße, unweit der Porta Nigra. Hier wird das wohl beste Bitburger Pils serviert. Während der Schaum sich langsam setzt, stehen die Gläser in einem Regal, das von Kühlschlangen durchzogen ist...
Nach diesem kurzen Intermezzo in der Wirklichkeit, tauchen wir in Richtung Konz wieder in die Wunderwelt der Weinberge ab. Kühl ist der Tag, aber trocken, und so biegen wir mit offenem Verdeck links ab, die Saar entlang bis wir in Kanzem bei Katrins Tante Pause machen. Dr. Heidi Kegel, so heißt die Tante, besitzt dort das Weingut von Othegraven. Ich erwähne das hier nicht, weil wir verwandt sind, sondern weil der Wein so ausnehmend gut ist.
(Bild7)
Das Holtel Villa Keller in Saarburg steht direkt an der Saar. War der Rhein noch recht lebhaft, so wurde die Mosel durch ihre vielen Staustufen schon deutlich entschleunigt. Die Saar erscheint so ruhig, wie ein gebogener Binnensee, und auch die Menschen begegneten uns weniger hecktisch als bei uns.
5.Tag
Das es in Mettlach ein Outlet-o-Rama gibt war uns bekannt. Das es uns so derbe erwischen würde, hätten wir nie für möglich gehalten. Jedenfalls wohnte unser Koffer seit dem auf den umgeklappten KISI, denn den Kofferraum hatten wir, und ich meine WIR, vollgeshopt. Etwas Entspannung fanden wir oberhalb der Großen Saarschleife
(Bild8) Ein malerischer Ort, von dem aus Oskar in fein inszenierten Fernsehinterviews die Brunnen zu vergiften pflegt.
In Dillingen holt uns SL Freund Stefan mit seiner Burgman ab. Es gibt Kaffee, Kerstin kommt und bringt Tochter Lara und Kuchen mit. Später kommt noch Michelle, Kerstins große Tochter dazu, und wir grillen und haben einen sehr gelungenen Abend miteinander. Wir übernachten bei Stefan und wie im letzten Jahr, als ich mit dem Motorrad bei ihm war, zeigt sich, daß man Gastfreundschaft nicht in zur Verfügung gestellten Quadratmetern messen kann. Es ist die Herzlichkeit mit der man aufgenommen wird. Danke nochmal an Euch!!!
6.Tag
Nach einem guten Frühstück mit Mutter Steimers selbstgemachter Marmelade verlassen wir das wirklich schöne Saarland gen Luxemburg, vorbei an der Hauptstadt führt uns der Weg erst die Moselle entlang, dann über Larochette nach Diekirch und weiter nach Vianden, wo wir wieder die Grenze nach Deutschland passieren, ohne es zu bemerken. Luxemburg ist ein überaus ansehnliches, aufgeräumtes Land, das, ganz im Gegensatz zu seinem südlichen Nachbarn, an Deutschland erinnert. Ich kenne Nordfrankreich, mein Bruder lebt mit seiner Familie dort, und ein hier nicht weiter zu beschreibender Abstecher nach Thionville hat abermals gezeigt, daß es in Frankreich streckenweise aussieht wie in der DDR und Polen zusammen. Punktum.
Weiter geht es über Messerich -dem Mädchennamen meiner Frau-
(Bild9) nach Bitburg und über Sankt Thomas, Gerolstein nach Daun ins Dorint Resort.
Es stippelte zwar den ganzen Tag immer wieder, aber wer kochend Wasser säuft, fährt auch offen in und durch die Eifel. Abends saßen wir mit einigen F1 Mechanikern und ein paar Fritzen von der FIA an der Bar. Der GP am Nürburgring war grade vorbei.
Kein Wort über die Küche.
7.Tag
Kein Wort über das Frühstück.
Annette aus dem Spa ist so freundlich und massiert uns je 40 min. Bedenkt liebe Freunde, seit Mettlach steht meine Rückenlehne "as steil as möglich", da der Koffer hinter uns liegen muß. Stehend wäre das Windschott nicht mehr zu montieren. An einem benachbarten Maar, einem Vulkansee, öffne ich das Verdeck
(Bild10) und wir genießen die letzten Eifelkilometer, fahren bei Blankenheim auf die A1 und entscheiden uns, auch den Rest der Strecke offen zu Fahren. Gut 300km BAB führen uns ins schöne OWL.
Ein Traum ist in Erfüllung gegangen.
Was hat uns das gelehrt?
Das waren die besten 1400 Kilometer mit dem SL.
Der 500er hat unter 12 Liter verbraucht.
Wir kommen garantiert wieder.
Ich spare auf andere Sitze.
Ahoj, Brause
Text: Brause/Fotos: Brause