Willy's Lenkradkunde
(wd) Lenkräder im 107
Kaum etwas wird häufiger gewechselt, als Lenkräder und Laufräder. Mit kaum einer Tat lässt sich das Aussehen und auch das Fahrgefühl schneller und preiswerter, dabei jederzeit auf Original rückrüstbar, bewerkstelligen.
Befassen wir uns hier zunächst mit den Lenkrädern des 107.
In der Entwicklung eines Serienlenkrades stehen andere Kriterien im Vordergrund, als der spätere Eigner und Lenker des Automobils im Sinn hat. Bei der Konstruktion liegt das Hauptaugenmerk bei der Sicherheit und der einwandfreien Funktion.
So ist die riesige Prallplatte ein hervorragender Schutz für den Bruskorb der Person, welche am Volant falsch gedreht hat und daher auf ein Hindernis prallt. Der Flächendruck ist um ein vielfaches geringer, als bei einem der angebotenen Sportlenkräder.
Nun wird sich der ein oder andere fragen, warum das Ding denn so groß ist, das man einen alten Magirus damit steuern könnte!
Nun das ist ganz simpel. Selbst ein Premiumhersteller wie Mercedes – Benz rechnet damit, das eines seiner Fahrzeuge abgeschleppt werden muss, oder die Servolenkung aus einem anderen Grunde nicht bei der Kurshaltung behilflich ist. Wer den Wagen einmal ohne Servounterstützung bewegt hat, weiß was ich meine!
Passend zum Lenkrad sind natürlich alle anderen Komponennten abgestimmt und plaziert. So bietet kein Zubehörlenkrad, insbesondere großen Fahrern, eine einwandfreie und vollständige Sicht auf die Instrmente! Natürlich wird es bei beleibten, oder sagen wir stattlichen Erscheinungen ein wenig eng werden, doch man kann in einem Sportflitzer halt nicht alles haben.
Von Design her, mag es auch noch so trist erscheinen, passt das Original gut zum Rest des Autos. Natürlich spielt der persönliche Geschmack eine Rolle, mir gefällt das klassische Nardi in meinem SL hervorragend, darum ist es auch, mit Ausnahme der Vorführzeit bei der Hauptuntersuchung, montiert.
Im Laufe der langen Bauzeit des 107 wurden verschiedene Lenkräder verbaut, ihnen allen gemein, war der Außendurchmesser von 41cm.
Wer mit der Größe Leben kann aber ein ansprechenderes Design vorzieht, der wird bei der Firma Eris fündig. Sie bauen Originale zu atraktiven Holzlenkrädern um.
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Ansonsten einfach das noch immer vielfältige Angebot an Zubehörlenkrädern nach dem passenden Exemplar durchforsten.
Natürlich muss es zwingend eine Freigabe für den 107 haben und von einem Sachverständigen, der dazu berechtigt ist, in die Papiere eingetragen werden!
Wenn man den Stern aus der Mitte des Serienlenkrades entfernt, sieht man schon, was für eine Ausführung der Lenksäule und damit der Lenkradbefestigung vorhanden ist. Dies ist wichtig für die Beschaffung des Austauschlenkrades!
Hier bei meinem Exemplar, , mit etwas gutem Willen erkennbar, der Innensechskant der Schraube, welches das Lenkrad hält. Weiterhin verbaut wurden im Laufe der Bauzeit folgende Varianten:
* M 14 Mutter mit Sicherungsring
* ab November 1977 eine M18 Mutter ohne Sicherungsring
* ab September 1979 eine Innensechskantschraube (10mm) **
Entsprechend muss die Lenkradnabe beschaffen sein, denn auch die Verzahnungen waren unterschiedlich.
Die Drehmomentangaben:
* M14 x 1,5 mit 50 Nm anzuziehen
* M18 x 1,5 mit 80 Nm anzuziehen
* Innensechskantschraube mit 80 Nm anzuziehen
Achtung! Die Innensechskantschraube muss laut Mercedes-Benz beim Lenkradwechsel durch ein neues Exemplar ersetzt werden!
Zum Ausbau des Lenkrades ist ein kräftiger Helfer von Nutzen, dann entriegelt man das Lenkradschloss, setzt den passenden Schraubenschlüssel in oder auf die Schraube und dreht kräftig nach links. Am leichtesten geht's mit einem alten Drehmomentschlüssel (langer Hebel). Der Nachbar hält mit aller Kraft dagegen. Man kann statt des Helfers natürlich auch mit Dachlatten oder Gurten improvisieren und wenn man ein kräftiges Kerlchen und die Schraube nicht zu fest sitzt, geht es auch allein.
Niemals das Lenkschloss als Gegendruckaufnahme verwenden! Bitte beim Kauf eines Sonderlenkrades auch beachten, das bei DC der Plus geschaltet wird, der Hupknopf sollte also über einen isolierten Kontakt, (mit zwei Anschlussklemmen) verfügen.
Ab ** passen auch Lenkräder aus dem 124, 126 und anderen Mercedes Typen.
Ein 38er Nadi, sehr elegant wie ich finde.
Dasselbe Auto bei Licht und mit dem Original.
Und das ist ein sogenannter Exenterring für kleine Zubehörlenkräder, er wird mit der Nabe verschraubt und versetzt das lenkrad nach oben, man kann die Instrumente nun etwas besser sehen, gewinnt unten etwas Platz für die Beine, muss aber damit zurecht kommen, das es beim Lenken „eiert“.
Willy
Text/Fotos:
Willy Damrath