Einbau einer universellen Funkfernbedienung in einen Mopf
(wk) Einbau einer universellen Funkfernbedienung in einen Mopf

ACHTUNG: FÜR DIE RICHTIGKEIT DER ANGABEN ÜBERNEHME ICH KEINE GARANTIE UND KEINE GEWÄHRLEISTUNG. ALLE ÄNDERUNGEN AM FAHRZEUG ERFOLGEN AUF EIGENE GEFAHR.
Für all diejenigen unter uns, die einen Mopf ihr Eigen nennen, ist die Nachrüstung einer Funkfernbedienung (FFB) für die serienmäßige Zentralverriegelung (ZV) keine aufwendige Angelegenheit. Und zwar weder technisch noch finanziell.
„Spezielle“ oder „vorkonfektionierte“ FFB-Systeme werden sowohl bei eBay, als auch in den diversen SL-Online-Shops für teilweise deutlich über 100,- € angeboten.
Nach dem ich gesehen habe, wie einfach es ist, eine universelle FFB in einen W124 einzubauen, habe ich mir vorgenommen, diesen Einbau an meinem 560SL nachzuvollziehen.
Mit dem Vorwissen aus dem Einbau im W124 (selbst die Farbcodierung der Kabel ist identisch) war die Arbeit nach einer halben Stunde erfolgreich erledigt.
Das Schwierigste war das Finden eines Schlüsseldienstes, der mir den Fahrzeugschlüssel kopierte.
Eingebaut habe ich das System von Baunsal Tuning mit Klappschlüssel. Hieran soll exemplarisch der Einbau beschrieben werden.
http://stores.ebay.de/baunsal-tuning-de
Die Kosten:
Funkfernbedienung: 18,99 €
Schlüsselrohling: 2,40 €
Versand: 7,90 €
Kabelquetschklemmen: ca. 2,-- €
Kopieren des Fahrzeugschlüssels: 13,-- €
GESAMT ca. 44,29 €
Die universelle Einbauanleitung von Baunsal-Tuning verdient diesen Namen nicht und es schießt vielleicht dem ein oder anderen aus der Juristen-Fraktion der IKEA-Paragraph durch den Kopf.
Macht aber nichts - schließlich wird das System nicht explizit für den R107 angeboten und wir wollen einfach mal davon ausgehen, dass die fahrzeugspezifischen Einbauanleitungen zielführender sind.
Vorarbeiten um das System auf unsere Fahrzeuge „einzustimmen“:
Die Steuerzeiten für unsere unterdruckgesteuerten Zentralverriegelungen sind länger als die masse- oder plusgesteuerter Anlagen, deshalb muss der so genannte Jumper (ein kleiner schwarzer Stecker) an der Rückseite der Steuereinheit entfernt werden.

Ab Werk sitzt links neben dem runden Knopf ein Jumper – der muss abgezogen werden
Dann müssen das BRAUNE und das GRÜNE Kabel der FFB miteinander verbunden werden. Das kann relativ nah am Gerät geschehen, denn diese Kabel werden nicht an die ZV-Pumpe angeschlossen.

BRAUN und GRÜN werden miteinander verbunden
Des Weiteren müssen das ROTE und das SCHWARZ-GELBE Kabel der Steuereinheit hinter der Sicherung miteinander verbunden werden.
Ebenso das SCHWARZE Kabel und das GELBE.
Ich habe hierzu Kabelquetschklemmen verwendet - wer es etwas genauer nimmt, kann auch zu Lötkolben und Schrumpfschläuchen greifen.
Jeweils eines der unnötigen Kabelenden kann nun abgeschnitten werden.

So sieht exemplarisch die Verbindung von SCHWARZ und GELB aus
Mit diesem Arbeitsschritt vereinfachen wir uns den Stromanschluss, da jetzt nur noch zwei statt vier Kabel verbunden werden müssen.
Jetzt zum eigentlichen Einbau ins Fahrzeug:
Zu Beginn sollte die Batterie abgeklemmt werden.
Dann müssen wir an die ZV-Pumpe ran, diese findet sich hinter der Verkleidung im Kofferraum, die den Zugriff zum Wagenheber und in meinem Fall (560SL mit Klimaautomatik) auch zur Batterie frei gibt.

Das Bild zeigt die ZV-Pumpe mit bereits angeschlossener FFB
Der Einfachheit halber sollten die Stecker von der ZV-Pumpe angezogen werden, so kann man die Kabel einfacher anklemmen.
Zuerst die Stromzufuhr:
An das ROT-WEISSE Kabel der Pumpe werden das ROTE und das SCHWARZ-GELBE Kabel der FFB geklemmt. Wurden beide bereits wie oben beschrieben zusammengefasst, ist nur eine Klemme bzw. Lötstelle notwendig.
An das BRAUNE Kabel der ZV-Pumpe werden dann entsprechend das SCHWARZE und GELBE Kabel der FFB angeschlossen.

ROT (und damit SCHWARZ-GELB) an ROT-WEISSSCHWARZ (und damit GELB) an BRAUN
Der Stecker mit diesen Kabeln kann nun wieder an die ZV.
Nun die Steuerung:
Am zweiten Stecker der ZV-Pumpe findet sich ein GRÜNES Kabel.
Dieses muss durchtrennt werden – nicht zu nah am Stecker, damit noch genügend Platz zum Verbinden der restlichen Kabel bleibt.
Das Ende, welches zur ZV-Pumpe führt, wird nun mit dem BLAUEN Kabel der FFB verbunden.
An das andere Ende wird das GRAUE Kabel angeschlossen.

BLAU an das zur Pumpe führende, GRAU an das andere Ende
Nun den Stecker wieder in die ZV-Pumpe stecken.

So soll es aussehen, wenn alle Kabel an der ZV-Pumpe angeschlossen sind
Erster Funktionstest:
Die Batterie wieder anklemmen.
Die Handsender in die unmittelbare Umgebung der Steuereinheit legen und den kleinen schwarzen Knopf der Steuereinheit für etwas über drei Sekunden drücken.
Nun kann die Funktion der Handsender (sicherheitshalber bei geöffnetem Kofferraum) getestet werden.
Klappt das Öffnen und Schließen? – Wenn nicht, alle Kabelverbindungen noch einmal überprüfen.
Die Steuereinheit der FFB kann man mit etwas Klebeband an der Halterung des Wagenhebers befestigen. So ist sie nicht im Weg und ein bestmöglicher Empfang ist gewährleistet.

Befestigung der Steuereinheit am Halter des Wagenhebers
Anschluss der Blinker:
Sofern die Quittierung des Öffnungs- bzw. Schließvorganges durch die Blinker gewünscht ist, geht es weiter wie folgt.
Batterie wieder abklemmen!
Dann müssen einfach die VIOLETTEN Kabel der FFB mit den Kabeln der Blinker verbunden werden (eines für links und eines für rechts).
Ich habe die Kabel einfach in die Gehäuse der hinteren Scheinwerfer geführt und habe sie wieder unter Zuhilfenahme von Kabelquetschklemmen an die Blinker angeschlossen.

Das VIOLETTE Kabel wurde durch den unteren Kabelzugang in den Schweinwerfer geführt (hier die Beifahrerseite)

Auf der Beifahrerseite muss das GRÜN-SCHWARZE Kabel angezapft werden
Batterie wieder anschließen und FERTIG!
Jetzt muss nur noch der Fahrzeugschlüssel auf den Rohling kopiert werden. Diesen dann in den Handsender einsetzen und schon ist wieder ein kleines Stück Komfort gewonnen.
Viel Erfolg beim Einbau!
Alexander
Text: Alexander Swienty/Fotos: Alexander Swienty