Der Hardtoplift aus Berlin
Osnabrück (wk) Der Hardtoplift aus Berlin
Kannste mir mal morgen helfen, das Hardtop aus dem Trockenkeller zu holen?
Diese Frage trifft den freundlichen Helfer Marco S. immer wieder im Frühwinter.
Ja, ok, also bis morgen.
Und am nächsten Tag: dreimal um die Ecke, eine Stufe runter, sechs Stufen hoch, zweimal um die Ecke, alles auf dem Hardtopständer. Ums Haus rollen, unter den Carport. Hülle abnehmen, das schwere Ding zu zweit unter Ächzen auf den SL heben, manchmal abrutschen und hässliche Beulen und Kratzer mit dem hinteren Dorn auf dem Lack eingraben, rundum befestigen. Feddich.
Und im Frühjahr alles andersrum....
Und weil es so mühsam ist, um Himmels Willen nicht daran denken, mitten im Sommer mal das Hardtop aufzusetzen, um bei langer Strecke nicht andauernd das Geflatter und Gebrumme am Koppe zu haben. Man fährt halt mit dem Familienwagen oder man kommt mit Kopfschmerzen an. Schade
Nach einigen Jahren reifte bei mir der Gedanke: ein Lift muss her. Lange Marktuntersuchungen brachten es an den Tag: es gibt eigentlich nur eine vernünftige Lösung, das Hardtop von Motorform in Berlin. Der Inhaber der Motorform, Björn Matheoschat, ist in unserem Forum als SL-Fahrer "Berlin" vertreten.
Also, angerufen und bestellt. Die einzige Frage war, welche Winde? Die elektrische braucht Stromzugang und nimmt zuviel von der Höhe weg. Die einfache Handwinde rastet nur in eine Richtung, ist also wohl nix für Einhandbedienung. Also, die mit dem Schneckentrieb (ist zwar die teuerste Lösung) bremst in beide Richtungen. Die soll es sein.
Ein paar Tage später ist das fast mannshohe Paket da. Zwei lange Aluprofile mit fertig montiertem Anbaukram, ein kleiner Kasten mit Schrauben und Gedöns und ein Stahlseil, auf einer Seite fertig mit Öse.
Kurz gesagt: es ist alles dabei. Für jede Schraube die passende Scheibe, selbst der kleine Schraubschelle zur Sicherung des kurbelseitigen Stahlseilendes findet sich in der Pappbox.
Hier die Bilder:


Grosses Paket aus Berlin. Verpackungsmaterial vom Christopher Street Day: rosa Schaumstoff mit gelben Rändern....

eine fachmännisch erstellte Montage-und Bedienungsanleitung, die auch dem Dillettanten hilft, klarzukommen. Sogar eine Aufstellung der benötigten Werkzeuge ist enthalten (nur der kleine 4er Schlüssel für die Schraubschelle fehlt in der Aufstellung)

So, die ersten beiden Muttern sind festgezogen und das Liftgestell ist fertig






Feinste Handwerksarbeit. Alles sauber gefast, kein Grat, an dem der SL-Fahrer hängen bleibt und sich schneidet. Passende Haken zum Aufhängen horizontal/vertikal. Alle Schrauben in passender Länge, alles vormontiert.






Erstmal den Lift auf das Hardtop montieren. Selbst der schwarze Gummipümpel um zur Montage einen Abstand zwischen Scheibenrahmen und Vorderkante zu fixieren, ist im Lieferumfang enthalten.

An diesem Balken sollst Du hängen, Tom Dooley...

...und wo kommt die Umlenkrolle hin?

fest.....


Die Winde in über-Kopf-Höhe, damit der freundliche SL-Fahrer nicht mit der Birne dauernd dagegendasselt...

...die zweite Umlenkrolle, möglichst senkrecht über den Winde

na, ob das wohl hält?





hält....!!!

und stützt!
Insgesamt eine Arbeit von 1 Stunde, wobei Marco der Schrauber und ich der Anreicher war.
Alles in Allem sehr zu empfehlen!
Grüße aus Osnabrück:
Wollo
Ergänzung: jetzt alles elektrisch
Nachdem ich das HT nun für die Anpassung der Schutzhülle für den freundlichen Polsterer-Nachbarn 3 x runter und rauf gekurbelt hatte war eines klar: ein Elektroantrieb muss her!
Bei ebay geschaut, einen Anbieter gefunden, der eine große Auswahl von Elektrowinden mit den verschiedensten Belastbarkeiten anbietet, für die 250 kg-Version ein Preisangebot abgegeben. Gegenangebot erhalten und bestellt. Innerhalb von 3 Tagen war die Sendung da.
Auf die Leiter, den Kurbelkram abgebaut, Stromversorgung gelegt. Am nächsten Tag die Winde angebracht und alles funktionierte sofort.


Die Elektrowinde ist an den Balken geschraubt, um einen optimalen Höhengewinn zu erreichen.


Zwei verchromte Tischbeine aus dem Baumarkt zur Ausrichtung und zur Windsicherheit.

Die Kabelfernbedienung wird in Kürze durch eine Steckerverbindung getrennt, damit die Nachbarskinder nicht ständig das Hardtop rauf und runterfahren...
Jetzt ist eine echte Einhandbedienung möglich, da die Kabelfernbedienung dem Menschen erlaubt, sich dem pendelnden Hardtop von allen Seiten eingreifend zu nähern!
Text/Fotos: Wolfgang Knigge