Paule erzählt uns vom Heizen und Polieren...
(wk) Hallo 107 SL-Freunde,
In dieser trüben Jahreszeit treibt es die Liebhaber der klassischen Fahrzeuge in die Garagen wo sie ihren Schätzen die notwendige oder auch verschönernde Zuwendung geben. Nun hat die trübe Jahreszeit aber auch die Eigenschaft, eine kalte Jahreszeit zu sein! Daher stelle ich vor dem Polieren 3 Möglichkeiten vor, eine Garage warm und kuschelig zu bekommen.

Ganz links im Bild ein Halogenheizer, dieser bringt neben Wärme auch noch Licht ins Dunkel! Es befinden sich 3 starke Halogenstrahler im Gerät die eine Strahlungswärme abgeben. Das heißt das nur warm wird, was auch angestrahlt wird! Natürlich erwärmt sich mit der Zeit auch die Raumluft, doch das dauert erheblich länger als mit dem mittig gezeigtem Gerät, einem Heizlüfter, der hat eine Heizspirale und einen Ventilator in seinem Gehäuse.
Der Halogenstrahler gefällt mir persönlich besser weil mir die Wärme angenehmer ist, fast so wie bei einem alten Kohleofen und er bringt keinen „Zug“ in die Hütte.
Der Verbrauch ist bei beiden Geräten in etwa gleich, weil beide dauernd in Betrieb sein müssen um eine frei stehende und schlecht isolierte Garage wie die meine zu beheizen. Sie leisten beide um die 2000 Watt, das sind 2 Kilowatt (KW).
Als Anhaltspunkt für die Heizkosten:
Wenn ein Gerät mit 1000 Watt, also einem Kilowatt ( 1 KW ) eine Stunde läuft, hat es eine Kilowattstunde verbraucht, die beiden oben gezeigten Geräte saugen sich also in 30 Minuten die Kosten einer Kilowattstunde weg.
Gerät Nummer 3, also das Rote, ist ein Petroleumheizer den ich aus dem Schiffszubehör habe. Er wird, (logisch) mit Petroleum oder einem anderen frei gegebenem Öl betrieben, (keinesfalls Spiritus oder Benzin!!) er funktioniert im Grunde wie eine Petroleumlampe nur das er nicht leuchtet sondern wärmt.
Ein kreisförmig angebrachter Docht wird entzündet und die Flamme brennt in dem schwarzem Zylinder innerhalb des Drahtkäfigs, auch das Netz oben an diesem Zylinder beginnt zu glühen und so verbreitet das Gerät wohlige Wärme! Von der Heizleistung her den beiden Elektrogeräten weit überlegen, leider mit einer offenen Flamme so das es Sauerstoff verbraucht!
Jedes der 3 Geräte kostet unter 50 Euro und ist für eine Normgarage ausreichend wenn sie einigermaßen zugfrei ist.
Ein Gasheizgerät habe ich leider nicht zur Verfügung kann also kein Bild davon einstellen aber ich weiß aus Erfahrung, das es in etwa eine Kombination zwischen dem Halogenstrahler und dem Petroleumheizer ist was die Wärmeleistung angeht. Ich mag Gas aber nicht besonders gern, weil die Gefahr bei unsachgemäßer Anwendung erheblich höher ist als bei den anderen Systemen. Auch hat Gas die unangenehmen Eigenschaft sich am Boden sowie in Vertiefungen zu sammeln und in einen unerwarteten Augenblick zu zünden! (wenn man Pech hat)
Bei allem was man aber letztendlich kauft und betreibt darf man nie vergessen, das in einer Garage ein KFZ steht welches einen Benzintank besitzt! Das Benzin fängt bei zugeführter Wärme an zu gasen und dann wird die Sache hochbrisant!! Ein Heizgerät sollte also auf jeden Fall EXPLOSIONSGESCHÜTZ sein wenn es in der Nähe von Benzintanks verwendet wird!
Ich habe den SL Tank seinerzeit völlig entleert und ausreichend lange lüften lassen, die Motorradtanks und auch Benzinkanister sowie Aceton und Verdünnungen völlig aus der Garage entfernt, man kann da nicht vorsichtig genug sein.
So,
aber wir sollen ja polieren und jetzt, da die Hütte warm ist fangen wir damit an.
Hier die notwendigen Gerätschaften für eine erfolgreiche Politur:

Links habe ich einen Schleifteller auf ein Standgerät montiert, das ist in sonst an meinem Arbeitsplatz verschraubt und zum Polieren loser Teile gedacht, damit mache ich auch Radbolzen, Schrauben und all solche Sachen wieder schön glänzend.
In der Mitte 3 verschiedene Polierwachse, daneben eine lose Polierscheibe für die Bohrmaschine und zu letzt eine Bohrmaschine mit eingespannter Polierscheibe.
Eine Polierscheibe besteht aus zusammengefügten Leinentüchern oder je nach Einsatzzweck anderen geeigneten Materialien, im Bauhaus kaufe ich aber die aus Leinen, für das was ich damit mache reichen die vollkommen. Zu den Polierwachsen gesellen sich bei mir noch diverse Schleif und Polierpasten, Chromputzmittel und natürlich der Kram aus Muttis Küche, Stahlwolle für den Topf und die geseiften Reinigungskissen die früher unter dem Namen Arco Pads verbreitet waren, (heißen heute anders sind aber ebenso nützlich). Für die groben Vorarbeiten habe ich einige Messingbürsten (für die Bohrmaschine) und Schmirgelpapier der Körnung 240 / 400 / 600.
Was kann man polieren? Na, grundsätzlich erst einmal alles was aus Metall ist, diese Dose habe ich für einige Sekunden an die Schleifscheibe gehalten! Eine glänzende Sache wie man sieht.

Beim 107 sind es alle Aluminiumteile die zu polieren es sich lohnen könnte. Lichtmaschine, Servopumpe, Ventildeckel oder das große Luftfiltergehäuse aus Aluminium.

Na, feiner Anblick, .oder nicht?
Wie geht man vor?
Zunächst reinige ich die Teile je nach dem Grad ihrer Verschmutzung mit Kaltreiniger oder normalen Haushaltsmitteln wie Spülmittel oder Scheuerpulver, auch eine Hochdruckreinigung kann nötig sein.
Wenn es zu hartnäckiger Dreck oder gar Farbe ist, muss die Messingbürste ran, eventuell auch Schmirgelpapier, 240..400..600 und dann Stahlwolle und die Arco Pads…….danach dann die Polierscheibe oder Schleif bzw. Politurpaste.
Glatte Sachen wie der Deckel der Servopumpe, der Öleinfülldeckel oder das Luftfiltergehäuse lassen sich recht gut mit den Scheiben polieren. Ich halte auch jede Schraube die ich irgendwo ausgedreht habe, kurz an die Polierscheibe ehe ich sie wieder eindrehe, saubere und glänzende Schraubenköpfe sehen immer gut aus.
Das Polieren mit den Scheiben bedarf natürlich einer gewissen Sorgfalt wie alles im Leben, es ist überaus wichtig eine Schutzbrille zu tragen und auch feste Handschuhe gehören unbedingt an die Hände! Das Werkstück wird beim Polieren je nach Intensität der arbeiten sehr heiß und man kann auch einmal mit der Hand an die Polierscheibe geraten, zudem könnten Teile durch die Gegend geschleudert werden, also immer Vorsicht!
Auf den kleinen Poliersets die es in den Baumärkten zu kaufen gibt befinden sich bebilderte Anleitungen, lesen hilft immer.
Hier noch einige vorher / nachher Bilder von einem Motorradmotor.


Hier ein gereinigter Ventildeckel dem ich mit der Polierscheibe zuleibe rückte, man sieht schon nach wenigen Sekunden einen ersten Erfolg!
Auf dem Aluminium befindet sich der originale Lack der rasch aufgibt.

Hier der Motor etwa 60 Minuten später, beachtet auch den runden Deckel auf dem Vergaser!


Hier noch mal der Motor, links nach der ersten Reinigung und rechts so wie er nun ausschaut, wenn das kein Unterschied ist,
dann weiß ich auch nicht………..
Paule
Text: Paule/Fotos: Paule