Verbrenner vor dem Aus oder nicht?

  • Die Automobilindustrie scheint gebeutelt. Entlassungen, Stillstand in Werken, Einstellung von Sportprogrammen (z.B. steigt Porsche aus dem WEC Ende des Jahres aus).

    Diskutiert wird das Verbrenner-Aus, die unzuverlässigen Aussagen und Festlegungen zu zukünftigen Normen und Regeln ....

    Wo soll das hinführen?

    VW lässt die Bänder in Bremen und Dresden still stehen, wo E-Autos produziert werden. Dagegen werden in Wolfsburgan den Produktionsstraßen für Verbrenner Sonderschichten gefahren.

    Porsche Entwickelt wieder neue Verbrenner bzw. entwickelt Verbrenner wieder neu weiter.

    Mercedes verändert die Plattformen für Autos der Zukunft dahingehend, dass diese für Elektro- und Verbrennerfahrezuge genutzt werden können...

    Was ist mit den Dieseln? Was mit den Hybriden?


    Rein ökonomisch gesehen ist ein Diesel derzeit günstiger als ein E-Auto, zumindest wenn man nicht die kleinsten Fahrzeuge nimmt und öfters mal längere Strecken fährt.

    Über ein Jahr und 10.000 km habe ich für einen X3 mit 3.0 L Dieselmotor im Schnitt 6,4 L/100 km gebraucht. Bei 1,55€/Liter wären das 9,92€/100 km.


    Ein vergleichbares Elektrofahrzeug verbraucht im Schnitt 22,6 kW/100 km. Aus der eigenen Wallbox bekommt man den Strom für ca. 0,3 ct/kWh was 6,78€/100 km bedeuten würde. Für Normale Strecken also passabel.

    Fahre ich damit längere Strecken, lade ich an einer Power-Ladestation, um nicht lange warten zu müssen. Dort sind im Schnitt mindestesn 70ct/kWh fällig, also 15,82€/100 km.


    Im Idealfall kann ich bei zurückhaltender Fahrweise mit dem X3 einen Verbrauch von 5,2 l/100 km erreichen (Minimalwert über 250 gefahrene km lag bei 4,5 L/100 km). Das ergäbe 8,06€/100 km.

    Der iX3 braucht unter diesen Bedingungen ca. 15 kWh/100 km. An der häuslichen Wallboxwären das dann 4,50€/100 km


    Mit dem Beispiel erhebe ich keinen Anspruch auf Verbindlichkeit. Zeigt jedoch, dass für die E-Mobilität noch einiges getan werden muss und kann, um die Ökonomie zu erhöhen.


    Auch fährt man mit einem Stromer zurückhaltender. Ich bin nicht als Schleicher bekannt, jedoch nutzt man das enorme Drehmoment des E-Antriebs eher selten und fährt dann mit aktivem Tempomat relaxt und zurückhaltender.


    Was tun? Wie verhalten? Markt beobachten und abwarten?


    Was meint ihr dazu?

  • Servus Hartmut!


    Ich fahre seit 2018 elektrisch im Alltag mit einem Tesla Model S75D und habe overall (Sommer wie Winter) auf nun 311.000km einen Gesamtverbrauch von 185Wh/km. Dabei fahre ich aber genauso schnell oder langsam wie ich es vorher mit den Verbrennern (zuletzt ein Mercedes S211 als 320CDI) gemacht hatte, sprich um die 120-130km/h auf der Autobahn.


    Die ökologische Betrachtung spricht klar für das E-Auto, denn das Mehr an CO2-Emissionen durch die Herstellung des Akkus ist bei einem modernen E-Auto nach 8000-25000km (je nach Akkugröße und Akkuchemie) schon wieder ausgeglichen.


    Die ökonomische Betrachtung verschiebt sich spätestens 2027 weiter zum E-Auto, denn ab diesem Stichtag werden Benzin, Diesel und Heizöl voll in den CO2-Emissionshandel aufgenommen und diese Treibstoffe damit deutlich teurer. Beim Strom zahlen wir bereits mehr als notwendig, der wird nicht mehr so große Preissprünge machen, aber auch nicht wieder billiger werden, wenn man nicht selbst gegensteuert (PV und Akku z.B., aber das ist ein anderes Thema).


    Mein oller Tesla ist so oll, daß der noch free supercharging hat und ich damit gerade auf der Langstrecke ordentlich spare. Aber hin und wieder lade auch ich unterwegs woanders schnell und mußte noch nie mehr als 60 Cent/kWh bezahlen.Mit E-Auto lädt man besser nicht per Kreditkarte (ad hoc) am Schnellader, sondern beschafft sich ein Abo bei einem Ladestromanbieter.


    Inzwischen ist das Angebot an gebrauchten Elektroautos groß genug geworden und es greifen die normalen Preisverfallskurven wie für alle Autos und wie ich eingangs schrieb muß man sich keine großen Sorgen um die Haltbarkeit des Akkus machen, meiner macht keine Anstalten kaputtgehen zu wollen.


    "Die Politik" ist übrigens ein echtes Ärgernis für die Autoindustrie in Deutschland. Die wünscht sich nämlich Planungssicherheit und will daher das Verbrennerverbot ab 2035 unter keinen Umständen wieder aufweichen. Und wenn die deutsche Autoindustrie nicht langsam richtig Gas gibt (VW verkauft den ID.7 übigens richtig gut und genau an die richtigen Leute - die Vertriebler mit Fimenwagen!), dann überrollen uns die Chinesen vollends.


    LG

    Julia


  • Guten Abend,


    ich habe da einige Meinungen aber die gehen teils in den Bereich den man in Foren vermeiden sollte. Daher nur einfache Stammtischantworten.


    "Die unzuverlässigen Aussagen und Festlegungen zu zukünftigen Normen und Regeln ....

    Wo soll das hinführen?"


    Es führt dazu dass viele Leute unnötig Geld ausgeben, es führt dazu dass sie sich betrogen vorkommen, dass sie denen* die uns etwas aufzwingen nicht mehr glauben. Viele sitzen es auch einfach aus um zu sehen was am Ende dabei raus kommt.

    *Teils ungelernte Menschen die keinen Zugang zu denen haben die rechnen müssen und dass sind verdammt viele Menschen.

    (Blau kommt immer mehr, sehr bedenklich aber meiner Meinung nach nicht wirklich zu bremsen)


    Elektroautos,

    wir liegen deutlich über dem Rentendurchschnitt aber für ein ordentliches Elektroauto haben wir kein Geld übrig, zumal es beim Kauf schneller veraltet ist als ein Benziner. Gebraucht wird man die Kiste nur mit einem großen Verlust wieder los. In meinem Bekanntenkreis gibt es keinen der sich ein gebrauchtes Batterieauto kaufen würde.

    Dazu kommt dass mir der Verbrauch am Heck vorbei geht, bei den wenigen Kilometern die wir fahren, lohnt kein Batterieauto, die Ausgabe kommt nie wieder rein.

    Meine Frau hat ihren Mokka, nach 8 1/2 Jahren hat er 40000Km auf dem Zähler. Nach 8 1/2 Jahren kann man bei einem Stromer schon mal über einen neuen Akku nachdenken, der Mokka macht weitere 8 1/2 Jahre wenn nichts kaputt geht, ohne größere Investition.

    Unser Grand Cherokee hat, als ich ihn 2015 eigentlich nur als Zugwagen für das Boot gekauft habe, 5000€ gekostet. Habe den Zähler von 92000 auf ca. 130000Km gebracht.

    Habe einige neue Teile für das Fahrwerk, einen Auspufftopf, neue Bremssättel und Scheiben und etwas Kleinkram gekauft, so über den Daumen 1000€. Einbauen konnte ich den Kram in den einfach aufgebauten Wagen selbst, wenn der Mokka was hat, muss er in die Werkstatt denn da blicke ich nicht mehr so richtig durch.

    Wenn ich den Jeep heute inseriere bin ich sicher, dass er locker diese ausgegebenen 6000€ bringt. Aber wir fahren ihn lieber als den Opel, trotz der 16 Liter/100Km, darum weicht er keinem Kleinwagen oder gar einem Batterieauto.


    Über den Heizungsunsinn mag ich gar nicht reden. Da kaufen wir, war nicht billig, eine umweltfreundliche Gasheizung, verschrotten unsere funktionierende Ölheizung und nach ein oder zwei Jahren sagt mir einer von denen*, ich würde dreckig heizen.

    Einen neuen Kaminofen suchen wir grad, unser erfüllt die Umweltvorschriften nicht mehr. :cursing:


    "Auch fährt man mit einem Stromer zurückhaltender."


    Ist mir schon öfter mal unangenehm aufgefallen, die fahren oft sehr bewusst Strom sparend. Von roten Ampel starten sie allerdings manchmal provozierend zügig.


    "Was tun? Wie verhalten? Markt beobachten und abwarten?"

    Ich habe das Glück es aussitzen zu können, denn die Zeit die ich noch fahren werde, ist absehbar.


    Ich blase Dreck in die Luft? Naja, wenn ich den Blick über die Welt schweifen lasse, sehe ich wo Dreck gemacht wird. Kanonen, Raketen und Bomben machen meiner Meinung nach jeden deutschen Versuch die Welt zu retten, zunichte.



    So, wie oben geschrieben, auf die Schnelle etwas Stammtischgerede.


    Gruß

    Willy

  • Julia, das ist spannend von Deinen Erfahrungen mit einem Tesla zu lesen. Beeindruckend. Das macht mir Mut, mich mit dem Thema weiter zu beschäftigen. Auch wenn ich aus politischen Gründen wenig NEigung zu Tesla habe ...


    Wenn ich nur noch privat und kürzere Strecken unterwegs sein werde, mach ich eh einen Plan für mein(e) Auto(s) im dritten Lebensabschnitt. Offiziell bin ich zwar Rentner, arbeite als Selbständiger jedoch noch eine Zeit weiter.


    Und wenn ich Willies Situation sehe, scheint das so zu passen. Mit Freude und überschaubaren Kosten, dazu Erfahrung und Freude am Schrauben, wenn mal was wäre.


    Hoffen wir, dass die Politik in D nun verlässlich in die Zukunft plant und entscheidet. Dann werden wirauch weiterhin ein große und gute Auswahl an verschiedensten Fahrzeugen haben!

  • Servus Hartmut,


    das ist mir bewusst, dennoch erspare ich mir das und euch ebenfalls.


    Eins hab ich bisher im Leben gelernt.

    Sehr sehr oft, sind diejenigen, die in jeglicher Hinsicht nach Toleranz und Vielfalt schreien, sehr intolerant ggü. Allen, die nicht ihre Meinung und Ansicht teilen.


    Deswegen beteilige ich mich hier weiterhin nur an Themen rund ums Kraftfahrzeug.

  • Sehr sehr oft, sind diejenigen, die in jeglicher Hinsicht nach Toleranz und Vielfalt schreien, sehr intolerant ggü. Allen, die nicht ihre Meinung und Ansicht teilen.

    Da bin ich bei dir, der Satz könnte von mir kommen.


    Was Verbrenner angeht, bin ich recht optimistisch dass wir die nicht alle verschrotten müssen, so lange ich noch fahren kann, jedenfalls nicht.

    Einen Ofen mit der passenden Zertifizierung haben wir inzwischen gekauft.


    Gruß

    Willy

  • Ich halte es für geringwahrscheinlich, dass es ein Verbot für den Betrieb von älteren Autos mit Verbrennermotor geben wird. Da lasse ich mich auch von den Genrell-Nörglern und Schlechtmachern der Gesellschaft, die sich sehr laut in den Medien äußern, nicht ins Bockshorn jagen.

    Und wenn es emotional und technisch passende Alternativen gibt, egal welcher Antriebsart, nehme ich halt genau die, die in mein Budget passen.

    Derzeit bin ich großer Plugin-Hybrid-Fan. Schau mer ma wasdie nächsten paar Jahre an tollen Innovationen bringen.

    Und natürlich hakte ich mir den einen oder anderen älteren Kraftwagen mit Bedarf nach kalt gepresstem Dinosaurier in der Garage 8);)