Visco Lüfter 280 SL M110

  • Viscolüfter waren modern, als sie starre Lüfter ablösen


    Ja, als verbesserte Notlösung um quasi abzuschalten wenn nicht gebraucht wie bei hohen Geschwindigkeiten.


    Als ich nach Einbau des PWM-E-Lüfters meine erste Probefahrt machte und das Ding weder auf dem Weg zur noch auf der Autobahn ansprang dachte ich zunächst an ein Versagen meines Upgrades. Erst an der nächsten Ampel nach Verlassen eben jener sprang der Lüfter an - erst moderat, dann vielleicht für eine Minute hoch um dann wieder zum moderaten Mitläufer zu werden. Während dieser Aktion bewegte sich das Thermometer kaum.

    Das zeigt eigentlich, dass starrer wie auch Visco-Antrieb die schlechteste (wenn auch damals einzige) Möglichkeit war, die Motortemperatur einigermaßen sinnvoll zu steuern. Das ging eher so in die Richtung ‘besser als gar nichts‘.


    Ein Viskolüfter dreht bei einer gegebenen Geschwindigkeit (z.B. Stadtverkehr) ja auch nicht höher als ein starrer, er dreht nur nicht voll bei sehr viel Fahrtwind...

    Ich habe, bis ich letztendlich bei meiner jetzigen PWM-Steuerung gelandet bin, allerlei ausprobiert um Erfahrungen zu sammeln. Ein kurzzeitig verbauter starrer 6- oder 7-Blatt Lüfter brachte einiges mehr an Wind unter die Haube, liess den Karren aber später warm werden und war recht laut auf der Autobahn. Also wieder raus damit. Als der Weg dann letztendlich Richtung elektrischen Lüfter führte habe ich an unterschiedlichen Stellen im Kühlkreislauf Thermschalter gesetzt um zu sehen wann und wo welche örtlichen Temperaturen erreicht werden. Die Ein-/Ausschaltmomente signalisierte eine kleine LED im Innenraum. Ich war eigentlich schon erstaunt wie insgesamt unhomogen die Temperaturentwicklung war.


    E-Lüfter hätte es damals schon geben können, allerdings wären das aufgrund des damaligen Elekromotorenbaus recht große Brummer geworden und, weitaus wichtiger, waren die Generatoren ‘untenrum‘ nicht in der Lage, ausreichend Energie bereitzustellen. So blieb eben nur die starre Lösung. Hat ja auch meistens gut geklappt. Und wenn der Karren mal zu heiss wurde gab’s halt wie schon gesagt ‘ne Kaffeepause.

    Mit Umbau auf Drehstromlima habe ich deren Drehzahl erhöht (mittels kleinerer Riemenscheibe) um bei gleichzeitiger Erhöhung der LL-Drehzahl bereits 10 oder 15A erzeugen zu können (die genauen Zahlen habe ich nicht mehr im Kopf). Mehr ging nicht weil sonst der Einschaltstoss des autom. Getriebe zu stark wurde

    Die Lager der hinter der Lima sitzenden WaPu können das insgesamt nun höhere Drehzahlniveau noch gut ab.


    Zur oben erwähnten Kennfeldzündanlage: ich behaupte mal kühn, dass im normalen Fahrbetrieb diese Anlagen ebenso wie die 123 nicht merklich besser sind. Leider werden oft alte verschlissene Zündverteiler mit einem brandneuen 123 verglichen; kein Wunder, dass letztere dann besser dastehen. Was Wartung und Verschleiß angeht sind moderne Anlagen besser, keine Frage.


    Gruß


    Frenek

  • Beim Lesen der Beiträge hier bekommt man teilweise den Eindruck, daß die Intensität des Kühlerlüfters die maßgebliche Größe zur bestmöglichen Konstanthaltung der Kühlwassertemperatur sei.

    Dabei ist es doch vorrangig das Thermostat.

    Bei ordentlich dimensioniertem Kühlsystem muß er nur selten voll öffnen.

    Um meinen letzten Beitrag noch zu präzisieren: schon bei meinen Golf II vor fast 30 Jahren liefen die Elektrolüfter niemals an und so war das mit fast jedem Auto danach auch.


    Dennoch ist klar: Elektrolüfter ist sinnvoller als Visco. Möchte keinen Elan ersticken. ;)

  • klar muss das Thermostat funktionieren, das ist (neben der funktionierenden Wasserpumpe) die Grundbedingung. Im Normalfall funktioniert das ja auch so wie Du beschreibst, so auch beim RR, es geht halt um die Extremfälle, Stau und stop and go bei großer Hitze usw.

    Hab ich halt ab und zu, so jetzt im Sommerurlaub bei 30° auf einem Alpenpass, im Stau auf der Rückfahrt bei 33° und so ein paar Sachen die halt vorkommen. Da baut man lieber vor. In den 79ern hatte ich einen Golf GTI, der lief ab und zu nach beim Abstellen bei großer Hitze. Verstärkt wird das ganze bei Klimaanlagen.

  • Sobald Klima im Auto läuft ändern sich die Voraussetzungen um einiges. Da wird der Ventilator hauptsächlich gebraucht damit der Kondensator seinen Job machen kann:

    Wir wissen ja, dass man keine Kälte erzeugen sondern nur Wärme entziehen kann. Wir wissen ebenfalls, dass die Funktionsweise einer Klimaanlage ja auf der Fähigkeit des KMs beruht, permanent seinen Aggregatzustand von flüssig auf gasförmig (und umgekehrt) verändern zu können. Die dafür benötigte Wärme wird der Umgebungsluft entzogen (die dann abgekühlt in den Innenraum abgegeben wird). Allerdings muss die Wärme irgendwo hin - und das erledigt der Kondensator, der deshalb übrigens IMMER Wind um die Ohren braucht. Bekommt er die nicht, tja, dann kondensiert im Kondensator nichts und das Kältemittel reist gasförmig durch das System - und nimmt keine Wärme (im Verdampfer) auf. (Drücke und Temperaturen des KM sollen hier unberücksichtigt bleiben.) 

    Angenehmer Nebeneffekt: die vom dauerhaft laufenden Lüfter transportierte Luft lässt sich prima nutzen um die durch den Kompressor verursachte zusätzliche Wärme zu kompensieren.


    Moderne Klimaanlagen verfügen über Sensoren zur Überwachung von Druck und Temperatur des KM, die den Ventilator entsprechend steuern. Allerdings laufen heutige Kompressoren immer mit, die Fördermenge des KM wird innerhalb des Kompressors verändert bzw. angepasst.

    Es fällt ebenfalls der Einschaltruck weg.

    Bei mittel-alten Anlagen gab’s das nicht, da lief das Lüfterdingens halt immer mit. (Meist über einen Vorwiderstand geschaltet, wenn ich das richtig erinnere.)

    Die ganz alten bzw. allerersten Klimaanlagen hatten noch keinen Ventilator mit den o.g. Folgen.


    Aber auch ohne AC gibt es viele Betriebsmomente, in denen der Kühler Hilfe braucht beim Wärmetransfer. Dann ist allerdings der besagte Thermostat schon lange vollends geöffnet.


    Gruß


    Frenek

  • Hallo Bengt,


    hab nun bei Jegs High Performance zwei 12 " Derale 16918 Lüfter und das PWM Teil bestellt, hab auf ultra quiet Version und hohen output geachtet.

    Mein Spengler baut mir dann aus Aluminium das Gehäuse (mit Lamellen für Durchströmung bei Fahrt) , ein manueller Schalter kommt in den Innenraum. Ein Schaltrelais kaufe ich hier, das Teil wird an Dauerplus angeschlossen wg. des Nachlaufs.


    Hoffe das wird was:)

  • Werden wird das was, keine Frage. Du hast ja den Wagen nun bestimmt schon 5-stellig bewegt und dabei einiges an Erfahrung hinsichtlich der Wassertemperaturanzeige sammeln können.

    Ich weiß allerdings nicht ob die 16918 ausreichen; eventuell wirst Du Deinen Komfortanspruch in Sachen Geräuschbildung zurückstellen müssen und einen (bzw. 2) stärkere Fans einsetzen.

    Auch würde ich zu Anfang öfters die Temp. des ATF checken und im Auge behalten. (Bei mir war das nicht tragisch da ich dafür einen abgesetzten kühler mit Ventilator verwendet habe). Geht gut mit dem Infrarotdingens.

    Den Controller kann er wie beim Original mit in die Zarge einsetzen. Er muss aber gut zugänglich sein, denn Du wirst eine Weile daran müssen um ihn wirklich gut einzustellen. Nicht auf 1/100 V, aber auf 1/10 V würde ich es schon machen.

    Ich würde jetzt schon viel Zeit mit Infrarotthermometer verbringen um ein Gefühl vorher/nachher zu bekommen.


    Wofür ist da Schaltrelais gedacht? Die angehende Leitung des Schalters würde ich mit an den Extraanschluss für die Klima legen. Solltest Du den Gedanken hegen mit dem Relais Spannung an die Lüfter zu legen - bedenke bitte, dass Du dann die PWM-Einheit sozusagen von hinten mitfütterst. Ich weiß nicht, ob die das abkann. Notfalls wirst Du dieses dann mit einer Leistungsdiode regeln müssen.


    Gruß


    Frenek

  • Der thermische Haushalt des RR ist an sich gut, nur bei wirklichen Extremsituationen (Stau 35°) geht er schon mal hoch bis an den Grenzbereich. Bei 35° während der Fahrt sinds um 90°, Infrarot gemessen, im Stau 105° im Maximum, was lt. RR noch problemlos ist, mir aber zuviel. Selbst bei defektem Viscolüfter (wie im Urlaub) gings nicht höher. Da sieht man halt, das bei niedrigen Drehzahlen im Stand (550 u/min) der gleich schnell laufende Visolüfter kaum was bringt. Ich denke, die Luftleistung der 16918 ist da völlig ausreichend.

    Die RR laufen werkseitig mit recht hohen Temperaturen, das Thermostat öffnet erst bei 92° Neben der Temperaturanzeige hat er noch ein Warnlicht für überhöhte Temperatur, das ging auch bei defektem Visoclüfter noch niemals an. (Das funktioniert auch, RR hat da eine Testtaste, mit der man im Stand bei Motor aus alle Warnfunktionen sowie Flüssigkeitsstände überprüfen kann)


    2 x 1.350 cfm also rund 4,3 cbm per Minute sollten da ausreichen, sind bei 60% ja auch noch 2,6 cbm.


    Ja, mit dem Schaltrelais hast Du recht, da muss ich mal meinen Elektriker nach ner Leistungsdiode fragen, selbst hab ich da 0 Ahnung. Die müsste dann zwischen PWM und Lüfter sein, damit nichts zurückgeht, oder?

    Der Controler bekommt einen gut zugänglichen Platz, das ist klar.

    Was ist ATF dessen Temperatur ich checken soll?


    Danke nochmal für die Tips und die Hilfe


    Gerd

  • ATF = Getriebeöl. Ich gehe davon aus, dass der Kühler selbigen vor oder neben dem Wasserkühler liegt und ja künftig, wenn die Wassertemp. nicht den Ventliator triggert, nicht beströmt wird. Die Temperaturkurve des ATFs läuft der des Motors zwar immer etwas nach, es kann aber nicht schaden, gerade in der ersten Zeit darauf ein Auge zu haben.

    Nachlaufen heißt, wenn Du mit gegebener gleichmäßiger Geschwindigkeit z.B. langsam eine Steigung hochfaehrst wird der Luefter früher vom Motor angefordert werden als vom ATF. Dafür würde er länger laufen. Das ist eine Beobachtung, die ich bei meinem Wagen gemacht habe und vielleicht nicht unbedingt auf moderne Fz übertragen werden kann. Aber wir gesagt, drauf achten kann nicht schaden.


    Gruß


    Frenek

  • ATF klar! dacht schon wieder sowas wie PWM :)

    Das ATF läuft duch eine Kühlschlange oberhalb des Kühlers vorne im Luftstrom, ich überlege, da ohnehin der Kühler raus muss, einen Ölkühler für ATF einzubauen, Prima Platz wäre da verdeckt hinter dem vorderen Nummerschild, wo man ihn etwas schräg zum Anströmen einbauen könnte. (Ist ein GM Hydramatic Dreigang)

    Ich neige auch dazu, den Temperaturfühler des/der PWM eher am (kälterem) Kühlerrücklauf zu montieren, finde ich irgendwie logischer,

  • Musste sehen, wie es räumlich passt und wie er hinter dem Schild sitzend im Wind hängt. Ich habe mich diesbezüglich damals fuer den Derale 13960 entschieden; das ist ein Remote Kühler, den man überall hinsetzen kann wo Platz ist. Da der betreffende Wagen noch einen Rahmen besitzt fand ich ausreichend Moeglichkeiten.


    Viel Glück beim Schrauben.


    Gruss


    Frenek

    (uebrigens, die meiste Arbeit haste vorher - beim Nach- und Durchdenken.... ;-) )

  • 'Merkwuerdig' ist das Ding eigentlich an sich nicht - allerdings ist es ein Kühler der fuer die Lenkung vorgesehen ist und auch nur dort verwendet werden sollte. Fuer's Getriebeöl ist der viel zu klein und wird nicht viel bringen. Geh' doch einmal auf die Seite von derale.com und schaue Dir die einzelnen Kuehlertypen an. Sollte das tatsächlich der ATF-Kuehler sein wuerde ich über eine Aenderung dort ebenfalls nachdenken - denn wenn Du vor dem Getriebe (sprich Motor) schon ein thermisches Problem hast wird es dahinter im Windschatten selbigen nicht besser sein...

    Es gibt von B&M Racing & Performance eine Kuehlerserie, die knapp unter 2cm tief ('depth 0.75') ist und somit auch in enge Platzverhältnisse passt.


    Gruss


    Frenek

  • Das ist genauso ein Witzdingens wie der den ich in ähnlicher Weise im Adenauer hatte (und der ist von ‘58...). Vom Denkansatz ja nicht schlecht; vor allem in der Warmlaufphase; aber nicht sehr effizient im oberen Bereich. Das kann man besser machen.

    Der Kühler für‘s Lenkungsöl wird nicht original sein, oder? Das vermute ich zumindest dem Foto nach. Zudem wird er möglicherweise vom oberen Teil der Kühlerverkleidung verdeckt, soweit ich die in Erinnerung habe. Ich mag mich da aber auch irren.

    Falls Du den Kühler für Lenkung und ATF sinnvoll verbessern möchtest und Platzprobleme hast - ein kleiner Kühler für beide Kreise mit Lüfter (der zieht nur 5 A) könnte eine Lösung sein. Den kann man dann auch überall hinsetzen, sofern zumindest etwas Luftstrom vorhanden ist. Ich hab‘ die Dinger schon zwischen Kotflügel und Radhausvwrkleidung gesehen, da sitzen sie warm und trocken.


    Gruß


    Frenek

  • Eigentlich keine schlechte Idee mit so einem Wärmetauscher, gerade im Winter wird das Getriebeöl schneller warm, man müsste halt eine Getriebeöltemperaturanzeige haben um es zu kontrollieren, bis 120° ist ja in Ordnung, idealerweise sollte es 75 bis 95° haben.


    Die Servoölkühlung ist original so, die Lenkung muss ja wirklich hart arbeiten bei 2,2 to. und der extremen Leichtgängigkeit die sie hat, auch im Stand bei Leerlauf.


    Die Teile werden so in ca 8 Tagen da sein, dann geht es zu Uwe auf die Hebebühne, wenn alles auseinander ist, kann man ja immer noch nachrüsten.

  • Donnerwetter - innerhalb von 5 Tagen war die Sendung aus Delaware fix und fertig verzollt und versteuert heute morgen hier angekommen.

    Jetzt kanns ja losgehen, sobald der Kühler ausgebaut und exact vermessen ist, mach ich eine Zeichnung und die Box wird aus 1,5 mm Dur-Aluminum per Laser zugeschnitten und entsprchend gekantet.

  • Habe gestern die aus 1,5mm V4A gelaserte Matrix bekommen, jetzt heisst es noch abkanten und einbauen.

    Wichtig ist, dass der Kasten dicht ist und die Luft nur durch den Kühler angesaugt wird. Die rechteckigen vier Felder sind zur besseren Durchströmung während der Fahrt, hier kommen Klappen aus dünnem Aluminum hin, die sich durch den Fahrtwind öffnen und im Stand zu sind.